Unser Profil und unsere Leistung

tibb Profil/Leistung

Sozialpädagogische Pflegefamilien Erziehungsstellen nach § 33,2 SGB VIII für Kinder und Jugendliche, Stand 08/2007

 

Einleitung

Träger, die im Auftrag eines Jugendamtes Kinder und Jugendliche in besondere Pflegefamilien nach § 33,2 SGB VIII vermitteln und diese anschließend intensiv beraten beschreiben ihre Leistung in einem offiziellen Papier – dies , ist mittlerweile eine übliche Praxis. Allerdings ist dies gesetzlich nicht zwingend erforderlich (vgl. §§ 78 a bis 78g SGB VIII).

Die vorliegende Leistungsbeschreibung enthält zum einen die Standardausführungen zu den Leistungsangeboten (vgl. § 78 c SGB VIII) und zum anderen konzeptionelle Grundgedanken unserer Arbeit. Nachprüfbare Fakten wie „sächliche und personelle Ausstattung“, „Qualifikation des Personals“ und die Leistungsmerkmale der Tätigkeit der Familienberater/innen geben nur unzureichend wieder, was die pädagogische Leistung einer professionellen Pflegefamilie ausmacht.

Ein verlässliches - auf therapeutische Prozesse orientiertes - Milieu im familiären Alltag in ständigem Austausch mit den Beratern und Therapeuten zu entwickeln, ist eine Leistung, die einen mehrdimensionalen Entwicklungsprozess der Familie als System erfordert. Dies entzieht sich naturbedingt einer quantifizierenden Messung. Die Wirkung zeigt sich letztlich in der Entwicklung, die der betreute junge Mensch, in der neuen Familie macht. Auf die altersentsprechende Autonomie des jungen Menschen zielt alles ab. Ist diese erreicht, hat der junge Mensch selbst wichtige Entwicklungsaufgaben gelöst.

Die Haltung der Pflegeltern gegenüber einem fremden problembeladenen jungen Menschen und die Bereitschaft, das Kind bzw. den Jugendlichen vorbehaltlos in die eigene Familie aufzunehmen und in dem genannten Sinne zu fördern, ist nur so als Qualität erfahrbar, nicht aber als Leistung messbar.

Wir entwickeln und wenden Methoden an, die uns bei der Entscheidung über die Vermittlung eines Kindes oder Jugendlichen anleiten und legen Wert auf die Klarheit der Aufgabenverteilung (Rollenklarheit) in der Zusammenarbeit der Familien, den externen Therapeuten, Fachberatern und dem Träger. Die fachlichen Standards der Sozialen Arbeit sind die Grundlage unserer Konzeption. Besonderes Kennzeichen unseres Leistungsangebotes ist die regionale Vernetzung der Familien, die ständige Weiterqualifikation aller beteiligten Fachkräfte, die Sicherstellung bedarfsgerechter Therapien und familienergänzender Angebote.

Wir unterscheiden uns als privater Träger der Jugendhilfe von anderen vergleichbaren Leistungsanbietern u.a. dadurch, dass wir uns auf familiale, private Settings mit dem Ziel einer entwicklungsgerechten Förderung junger Menschen konzentrieren. Wir sind keine Einrichtung nach § 45 SGB VIII, denn darunter versteht das KJHG „eine auf eine gewissen Dauer angelegte Verbindung von sächlichen und persönlichen Mitteln zu einem bestimmten Zweck unter der Verantwortung eines Trägers zu verstehen. Ihr Bestand und Charakter muss vom Wechsel der Personen, die betreut werden oder Unterkunft erhalten, weitgehend unabhängig sein“ (Münder u.a., Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, Weinheim und München 2003, S. 419 f.). Vielmehr  kehren wir das traditionelle Organisationsprinzips der Heimerziehung konsequent um: ausgehend von einem ganz bestimmten Kind und seines erzieherischen Bedarfes wird eine passende Pflegefamilie gesucht und ein entsprechendes familienunterstützendes und –entlastendes Angebot entwickelt. Jeder Vermittlungs-, Beratungs- und Betreuungsauftrag bezieht sich auf konkrete Personen. Auch die Betreuung älterer Jugendlicher, die im Anschluss an eine Pflegefamilie in einer eigenen Wohnung leben, bleibt eine individuelle Lösung im familiären Kontext.