Handlungsprinzipien

tibb Profil/Leistung

Rechtliche Zuordnung, Zielgruppe und Handlungsprinzipien

 

Bei den tibb-Pflegefamilien (so werden im folgenden die Sozialpädagogischen Pflegefamilien/Erziehungsstellen bezeichnet) handelt es sich um eine Form der Vollzeitpflege gemäß § 33 Satz 2 SGB VIII für besonders entwicklungsbeeinträchtigte und emotional gestörte Kinder und Jugendliche. Die Kinder und Jugendlichen benötigen in der Regel eine räumliche Distanz zu ihrer Herkunftsfamilie. Ein zentraler Arbeitsauftrag ist die Klärung der Beziehungen zwischen den Kinder bzw. Jugendlichen und ihrem Herkunftsmilieu.

Unsere Zielgruppe:

Emotional gestörte und entwicklungsbeeinträchtigte jungen Menschen sind als Zielgruppe im Verbund mit unseren Pflegefamilien entwicklungsgemäß zu fördern, um Grenzen laufend zu erweitern, die der Integration entgegenstehen.

Wir sind offen gegenüber allen Vermittlungsanfragen der Jugendämter. Ziel unserer Arbeit ist es, fachlich nachzuweisen, dass - bis auf wenige Ausnahmen - alle Kinder und Jugendlichen, bei denen eine erzieherische Hilfe notwendig ist, in einer Sozialpädagogischen Pflegefamilie bzw. Erziehungsstelle optimal betreut und gefördert werden können – sofern sie selbst den Wunsch haben bzw. entwickeln können, im familiären Kontext zu leben.

Wir verfügen z.B. über Erfahrungen in der Vermittlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit folgenden Indikationen:

 

  • Massive Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch
  • Frühkindliche Traumatisierung
  • Eskalierende Pubertätskonflikte
  • Gefahr von Drogenmissbrauch
  • Borderline-Störung
  • Down-Syndrom

 

Unsere Handlungsprinzipien:

  • Das Kind/der Jugendliche kann zunächst in einem nach außen geschützten familiären Raum die belastenden Erfahrungen verarbeiten und sich innerlich „erholen“. Dieser therapeutisch begründete Schonraum soll solange, wie er für das Kind notwendig ist, gesichert bleiben. Die Schutz- und „Prellbockfunktion“ der Familienberaterinnen und Familienberater dient zur Entlastung der Pflegefamilie und des betreffenden Kindes.
  • Jeder der für das Kind sinnvollen und hilfreichen Kontakte zum Herkunftsmilieu wird nach Abschluss der Integrationsphase in der neuen Familie unterstützt. Räumliche Entfernungen werden dafür ggf. überbrückt. Individuell abgestimmte wechselseitige Besuchskontakte werden unter Einbeziehung aller Beteiligten weiterentwickelt.
  • Die Vermittlung in eine tibb-Pflegefamilie sichert für den jungen Menschen auf Dauer einen verlässlichen und belastbaren familiären Lebensort und eine nachholende ganzheitliche Erziehung. Alle notwendigen und förderlichen Ressourcen sollen unter Einbeziehung der Selbstheilungskräfte des jungen Menschen mobilisiert werden, damit sich frühere belastende oder traumatische Erfahrungen durch wiederholte positive Erfahrungen allmählich auflösen können.
  • Die neue Umgebung soll den Charakter eines therapeutischen Milieus haben, d.h. wir verlassen uns nicht allein auf die orientierende Kraft des normalen familiären Umfeldes, sondern gehen in der Regel von einem besonderen Förder- und Therapiebedarf aus.