Newsletterbeitrag von Lukas Münstermann, 05. Oktober 2018

Am 23.09. fand unser 9. Fachtag statt, dieses Jahr zum Thema „Das Fremde und das Vertraute“.
Durch die liebevoll gestalteten Ausstellungsräume konnten wir der Beziehung zwischen dem Fremden und dem Vertrauten in verschiedenen Ausgestaltungen begegnen.
Wenn Pflegeeltern ein fremdes Kind in ihre Familie aufnehmen, müssen sie innerlich bereit sein, vorbehaltlos dieses Kind aufzunehmen und dazu gehört auch die Bereitschaft eine Beziehung zu dem neuen unbekannten Menschen aufzubauen. Dabei muss der Nebel des Fremden durchdrungen werden, damit man einander vertrauen kann. Dies geschieht durch Zeit und Geduld.
Durch die ständige Präsenz schaffen Pflegeeltern ein umfassendes Beziehungsangebot, das den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit gibt, nachzuholen was vorher nicht oder nur unzureichend vorhanden war: das Vertrauen.
Im Heimbereich ist dies etwas anders. Hier gibt es meist ein Schichtsystem, in dem wechselnde MitarbeiterInnen für das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen sorgen. Hier gestaltet sich der Beziehungsaufbau etwas schwieriger, da die Betreuung jedes Einzelnen durch die Arbeitszeiten immer wieder unterbrochen wird. Gerade in großen Schichtsystemen können KollegInnen nicht jeden Tag da sein. Die Kinder und Jugendlichen können sich jedoch ihren Betreuer „aussuchen“, was für einige Kinder und Jugendliche eine enorme Erleichterung sein kann.
Das Ziel einer jeden Beziehung ist Vertrauen. Es ist wichtig darauf vertrauen zu können wahrgenommen, geliebt und geachtet zu werden. Die Überwindung des Unbekannten ist dabei immer der erste Schritt.
So gilt auch bei neuen KollegInnen, sie nicht im Regen stehen zu lassen, sondern ihnen eine helfende Hand zu reichen.

In diesem Sinne,

Euer

Lukas Münstermann